Ich schickte Gott vom Hof, und den Zuhälter gleich mit
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Es war Sommer 2006, die Luft roch nach Benzin, Schweiß und billigem Erfolg. Eine Corvette rollte auf den Hof, glänzend wie eine falsche Verheißung. Der Fahrer trug Sonnenbrille, Goldkette, Parfum und das Grinsen eines Mannes, der glaubt, die Welt liege ihm zu Füßen … zumindest die, die er pro Stunde vermietet. Er wollte eine Webseite.
Hymnie im Sommerloch – oder: Wenn Deutschland mal wieder seine Stimme sucht
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Es ist Juli, der Asphalt glüht, und irgendwer ruft wieder: Lasst uns die Hymne ändern! Bodo Ramelow, Thüringen, Sonne im Nacken, Medienhitze überm Haupt. Diesmal soll’s Brechts „Kinderhymne“ sein. Anmut, Mühe, Leidenschaft … klingt gut. Bertolt, der alte Zyniker mit Herz, schrieb das 1950, als Deutschland gerade wieder lernte, sich nicht wie ein brüllender Teenager
Hektor und „unsere Demokratie“
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Ich stehe am Zaun und sehe Hektor beim Kauen zu.Sechzehn Jahre alt, Süddeutsches Kaltblut, braun wie alter Tabak und so ruhig, dass man denkt, er habe schon alles gesehen: die Gespanne, die Felder, die Sommerregen, die klugen Menschen mit ihren Parolen.Er kaut weiter. Gras rein, Gras raus. Der Kreislauf der Gelassenheit. Ich denke an „unsere
Von Jesus zu Excel: Wie Spiritualität an der Büroklammer scheitert
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Am Anfang war der Kreis.Ein paar Dutzend Menschen, ein Feuer, ein Gefühl von Sinn. Sie teilen Brot, Träume und vielleicht auch ein bisschen Gras. Niemand führt Buch. Niemand zählt Punkte. Und dann kommt jemand mit einem Notizblock. „Wir brauchen Struktur“, sagt er. „Ein bisschen Ordnung, sonst geht das Chaos los.“ Und zack … ist der
Wie ich lernte, nie wieder Entschuldigung zu sagen – und warum das mein Leben rettete
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Ich schwöre: Wenn du das hier lernst, brauchst du nie wieder Angst vor Streit zu haben. Kein Yoga, kein Deep-Breathing, kein „Namaste“, sondern nur drei eiskalte Sätze. Eine Methode, die so simpel und so brutal wirksam ist, dass sie eigentlich verboten gehört. Psychologen nennen sie Acknowledgment-Resolution Framework oder Non-Apologetic Conflict Termination Model. Klingt nach Harvard,
Weisheit to go – oder warum der Löffel nicht mehr reicht
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Es war einmal eine Zeit, da fraß man die Weisheit mit dem Löffel. Langsam, genüsslich, mit einem Hauch von Demut. Heute? Heute kippen wir uns das Zeug eimerweise rein. Podcasts beim Zähneputzen, Philosophie-Tweets beim Pinkeln, und wenn noch Platz ist, ein bisschen Neurobiologie zum Einschlafen. Wir sind die Generation „All-you-can-think“. Immer hungrig nach Tiefe, aber
KI frisst keine Brötchen. Warum die wahre Gefahr nicht der Jobverlust, sondern der Geldmangel ist
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Die Geschichte der Technik ist eine Geschichte der Doppelzüngigkeit. Jede Revolution hatte zwei Gesichter: Rationalisierung und Expansion. Das Rad beschleunigte den Handel, die Dampfmaschine befeuerte Fabriken, das Fließband machte Menschen zu Zahnrädern. Und jetzt kommt die KI, die Maschine, die denken kann, ohne zu schwitzen. Aber das Prinzip bleibt dasselbe: Technik darf nur zerstören, wenn
Light, fit, vegan – die große Lebensmittel-Lüge
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Du stehst im Supermarkt, umzingelt von gesundem Schein. „Light“, „fit“, „Bio“, „vegan“. Das klingt nach Yoga auf der Zunge, ist aber oft Junkfood im Tarnanzug. Da lacht die Marketingabteilung, während dein Blutzucker Achterbahn fährt. Der „Bio-Snack“ mit 20 Gramm Zucker pro 100 Gramm ist kein Heilmittel, sondern eine Wellnesslüge im grünen Kleid. Die Ampel, also
Ethik zwischen Banane und Buch: Warum Moral nicht vom Himmel fiel, sondern aus dem Dschungel kroch
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Ethik, Baby. Die große menschliche Erfindung, bei der wir so tun, als wären wir mehr als haarlose Affen mit einem Hang zu Kaffee und Katastrophen.Aber schau mal genauer hin: Auch die Tiere haben ihre kleinen Gesetze. Als Schimpanse lernst du schnell, dass Teilen nicht nur nett, sondern überlebenswichtig ist. Teilst du dein Futter nicht, gibts
Blutige Bildung: Wie ein Mönch Deutschland zur Macht schleifte
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Wir haben dieses Feuer nicht entfacht,Es brennt seit die Welt sich dreht,Wir haben das Feuer nicht gemacht,Aber wir haben versucht, es auszupissen, wir habens versucht, es hat nicht geklappt. Ich sehe ihn vor mir, diesen abtrünnigen Mönch, 1524, Augen wie glühende Kohlen, die Tinte tropft wie Blut aufs Pergament, und er brüllt: „Schulen für alle!
Vom Wissensrausch zum Wortrausch
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Früher wollte ich alles wissen. Alles. Ich hab Bücher gefressen, Stimmen inhaliert, Zeichen dekodiert, als wär die Welt ein riesiges Buffet aus Antworten, und ich der hungrigste Bastard unter der Sonne. Ich sog Wissen wie eine vertrocknete Wüste, die endlich Regen riecht. Aber irgendwann drehte sich der Spieß um. Das Wasser kam von innen. Nicht
4,27 Kilo Essen und kein Gramm Gewissen
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4,27 Kilo.Das ist keine Zahl, das ist ein Schlag ins Gesicht. So viel Essen fliegt jeden verdammten Tag in die Mülltonnen dieser fetten Zivilisation. Für jeden einzelnen Hungernden auf diesem Planeten. Nicht zusammengezählt, nicht symbolisch, nicht „statistisch“, sondern pro Hungerkopf, und pro Tag. Wir könnten den Welthunger zweimal beenden. Aber wir tuns nicht. Wir schieben
Ich, der Multiversum-Tourist
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Wenn es unendlich viele Versionen von dir gibt … wer bist du dann? Und was entscheidet, dass du genau hier existierst? Eine Reise zwischen Quantenphysik, Identität und kosmischer Ironie. 1. Der Gedanke Ich existiere wahrscheinlich nicht einmal. Jedenfalls nicht einmal. Vielleicht bin ich jetzt gerade in hundert Universen wach. In einem schreibe ich diesen Satz,
Zen am Tropf. Wie eine Anästhesistin zwischen Leben und Stillstand meditiert
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Meine Tochter ist Anästhesistin.Das klingt nach Routine, nach weißem Kittel und Protokoll.Ist es aber nicht.Sie hält Menschen in Schwebe. Nicht wach, nicht tot, sondern perfekt dosiert offline. „Ich sorge dafür, dass alle entspannt bleiben“, sagt sie.„Der Patient, das Team, und manchmal auch der Operateur.“Ich hab gelacht.Sie nicht. Ihr Arbeitsplatz riecht nach Desinfektionsmittel und Schicksal.Monitore piepen
„Der Staat ist ein hinterfotziges Arschloch!“ So röhrt es aus den digitalen Sümpfen, wo Empörung die Ersatzreligion und Halbwissen die Bibel ist. Die Wut dampft wie abgestandenes Dosenbier. Der Bürger, das Opfer. Der Staat, der Täter. Und irgendwo dazwischen: der Algorithmus, der applaudiert. Aber mal ehrlich: Wenn der Staat ein Arschloch wäre, wäre er das
Der Deutsche kann gar nicht aussterben
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Alle paar Monate stolpert irgendwo ein Demografie-Guru über die eigene Statistik und ruft: „Der Deutsche stirbt aus!“ Klingt dramatisch, verkauft sich gut, und beruhigt jene, die sich gerne vor etwas fürchten, das sie selbst nicht ganz definieren können. Aber der Deutsche stirbt nicht aus. Nicht rechnerisch, nicht symbolisch, nicht kulturell. Denn Deutschsein ist kein biologischer
Heilung hat viele Gesichter, und heute lächeln alle
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Vom weisen Forscher bis zur greisen Pflegerin mit Herz: Wie unsere Gesundheitshelden gemeinsam an einer neuen Kultur des Heilens bauen. Deutschland ist besser gelaunt, als man denkt. Zumindest in Weiß.In den Laboren tüftelt der Weise, wissbegierig und ruhig,während der Fürsorger auf Station die Hand hält, die Hoffnung braucht.Der Herrscher sorgt für Ordnung im Chaos der
Philosophen, Pedanten und warmes Bier. Wenn Rammstein Goethe singt, beginnt deutsche Kultur
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Stell dir vor, du bretterst mit 200 über die Autobahn, Nebel, Scheibenwischer im Vivace Tempo. Links Heidegger im Porsche, rechts Merkel im VW-Bus mit einem Kant Briefkasten auf der Rückbank. Und vorne im Radio: Rammstein covert den Erlkönig. Das ist deutsche Kultur. Der Ingenieur berechnet den Sonnenuntergang, der Dichter schreibt darüber, und beide beschweren sich
BILD DIR DEIN BRAINWASH. Wie ich lernte, Schlagzeilen zu töten und Meinungen zu verkaufen
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I. 1974 – DER KIOSKMANN UND SEIN EVANGELIUM September. Fünfte Klasse. Erste Schulwoche Gymnasium. Der Schreibwarenhändler … grauer Kittel, Nikotinfinger, im Nebenberuf Boxtrainer, Gesicht wie altes Butterbrotpapier … gab mir einen Tipp fürs Leben: „Lies jeden Tag die Bild – und pass auf, dass du nicht sitzen bleibst. Dann haste dein Abi, Junge.“ Ich las
Habeck, Söder, Merz und ich: Vier Typen, drei Spiegel
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Mit Habeck verbindet mich der Zivildienst. Und die Kinder. Er schrieb Kinderbücher, ich machte für die Stiftung Lesen eine TV-Zeitschrift für Kinder. Zwei Typen mit Restidealismus im Blut und Schreibmaschine im Kopf. Außerdem ändere ich meine Meinung, wenn ich merke, dass sie offensichtlich falsch war. Das passiert manchmal, aber nicht ständig. Erst falsch gedacht, dann
Warmwasser mit Zitrone gegen Krebs, und andere Märchen aus dem digitalen Dorfbrunnen
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Menschen sind keine Analysemaschinen. Nie gewesen. Vergiss Commander Spock mit seiner hochgezogenen Augenbraue und dem ewigen „Das ist unlogisch, Captain“. Wir sind keine Vulkanier. Wir sind Rudeltiere mit WLAN. Wir riechen Vertrauen, wir fühlen Zugehörigkeit, wir klicken „Teilen“. Das ist unsere wahre Religion: emotionale Effizienz. Denn denken – echtes, mühsames, schwitzendes Denken – ist wie
Schmarotzer? Von wegen! Wie ein Dorf mehr soziale Intelligenz hatte als die ganze verdammte Republik heute
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SCHMAROTZER? VON WEGEN. Ich komme aus einem 500-Seelen-Kosmos, irgendwo zwischen Stallgeruch und Schweinebratenhimmel. 1960er, 70er Jahre. Damals gabs Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe, und ein paar Männer, die einfach nicht funktionierten im System. Einer soff. Einer konnte keine Chefs ab. Einer wollte einfach nicht um sechs aufstehen, um sich von irgendwem anbrüllen zu lassen. Und weißt du was?
Woran man Bildung erkennt
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DIE FRAGE Irgendwann, zwischen zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf, stellt mir jemand diese bildungsbürgerlich versiffte Frage: „Woran erkennt man den Bildungsstand einer Person?“ Und ich denke: Mein Gott. Schon wieder jemand, der glaubt, man könne Bildung wie Fieber messen.36,8 Grad = Abitur.37,2 Grad = Bachelor.Ab 39 Grad = geistige Elite, aber nur, wenn
Bildung Demokratie Geschichte Gesellschaft Glaube Internet Künstliche Intelligenz Moral Politik Religion Wirtschaft Wissenschaft